Gemeiner Samtfußrübling

Bild Gemeiner Samtfußrübling (Flammulina velutipes)
"Im Winter gibt es keine Pilze" - höre ich oft und dachte ich bis vor ein paar Jahren auch, bevor ich mich intensiv mit Pilzen beschäftigte.
Dabei wird das Fruchten einiger besonders schmackhaften und wertvollen Pilze erst durch Kälte angestoßen. So beispielsweise der Gemeine Samtfußrübling (Flammulina velutipes).


Ich weiß noch wie ich mich freute, als ich ihn das erste mal selbst entdeckte. Der leuchtend orangefarbene Hut lässt ihn oft von weitem schon wahrnehmen.


Die Huthaut ist klebrig, gelatiös und der stiel ist samtig (daher auch der Name). Weitere Merkmale sind die weiß bis gelblichen Lamellen, die am ringlosen Stiel angewachsen sind, sowie das weiße Sporenpulver. Diese Merkmale lassen ihn gut von anderen Holzbewohnern unterscheiden, so zum Beispiel von dem gesellig bis büschelig wachsenden Gifthäubling, der tödlich giftig ist.

Der Samtfußrübling wächst von November bis März büschelig auf lebenden und toten Laubholz, gerne an Weiden oder Pappeln. Er ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern zählt auch zu den Vital- oder Heilpilzen.Samtfurbling Flammulina velutipes 20171216

 

 

Aus Jürgen Guthmanns Buch "Heilende Pilze", welches Anfang 2017 erschienen ist, hier nur einmal die Kurzbeschreibung der medizinische Wirkung und Einsatzgebiete des Samtfußrüblings:

  • Antitumorwirkung
  • Immunstimulation und Immunmodulation
  • Radikalfänger
  • antimutagen
  • antiviral
  • antioxidativ
  • zur Behandlung von Lebererkrankungen
  • zur Behandlung von Bluthochdruck
  • zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen
  • zur Behandlung von Magenschleimhautentzündungen

Ganz schön lang die Liste. Sehr lecker und dann noch so gesund, also viele Argumente, auch mal im Winter in den Wald auf Pilzpirsch zu gehen. Er ist aber auch als weiße Zuchtform (Enoki take) im Handel für die Pilzzucht zu Hause erhältlich.

Ich gehe lieber in den Wald und verwende die Samtfußrüblinge gerne in der Mischpilzpfanne gebraten mit anderen Pilzen mit Zwiebeln und Olivenöl. Nur die Hüte sollen verwendet werden, denn die Stiele sind zäh. Er soll ein sehr guter Suppenpilz sein. Wichtig ist das Erhitzen, denn auch dieser Pilz ist wie fast alle anderen Pilze roh giftig aufgrund der (hitzeinstabilen) Lektine, die jeder Pilzfruchtkörper in unterschiedlichen Mengen enthält.

 
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