Winterzeit - Haareiszeit
Zu den schönen Naturphänomenen im Winter gehört zweifellos das Haareis, machmal auch Eiswolle genannt. Es braucht, um zu entstehen, Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, keinen Wind und ein Stück feuchtes Holz in dem sich ein Pilz befindet, der sich um die Zersetzung kümmert. Bei einem Spaziergang an einem kalten Tag ohne Schnee durch Laubwald findet man diese bizarren, an Zuckerwatte erinnernden Strukturen auf solchen Laubholzstücken.
Die Eishaare bilden sich über Nacht, indem (vorrausgesetzt die oben genannte Bedingungen stimmen) durch das Wirken des Pilzes das flüssige Wasser im Holzstamm permanent nach außen gedrückt wird. Das Wasser gefriert dann zu 30-100 mm langen und zum Teil nur 0,02 mm dicken Eisfäden. 5 bis 10 Millimeter pro Stunde schnell kann ein Eishaar so wachsen. An schattigen Stellen kann das Haareis durchaus dann den ganzen Tag überstehen, in der Sonne schmilzt es recht schnell weg.
Der für dieses Phänomen verantwortliche Pilz ist wohl die auf Laubgehölzen wachsende Rosagetönte Gallertkruste (Exidiopsis effusa). Dies fand der Haareisforscher Christian Mätzler (er war Professor am Institut für Angewandte Physik der Universität Bern) heraus. Jedoch bleiben die genauen chemischen und physikalischen Prozesse, welche die Eishaare entstehen lassen, auch weiterhin im Dunkeln.